AP 4: Arbeitswissenschaftliche Begleitung

Die Organisations- und Rollenmuster werden anhand der Prozessbausteine der „Auftrag-bis-Kunde“-Kette auf dem Shop-Floor ausgelegt. Agile Organisationsformen führen zu neuen Arbeitstypen sowie zu neuen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen. Dies resultiert unmittelbar in Änderungen hinsichtlich der Selbstbestimmung und Belastung der betroffenen Mitarbeiter. Daher werden arbeitsorganisatorische Rahmenbedingungen erstellt, die sowohl durch die aus Kundenwünschen resultierenden Prozessanforderungen als auch attraktive Arbeitsinhalte und -abläufe mit möglichst geringer Belastung und hohem Selbstbestimmungsgrad berücksichtigen. Die dynamische Kompetenzmatrix soll eng mit der Technologiebewertung interagieren und auf den Resultaten der Prozessplanung aufbauen. Der Soll-Ist-Abgleich der vorhandenen Kompetenzen und Qualifikationen muss entsprechend gewährleistet werden. Die Ableitung von Arbeitsinhalten für spezifische Prozessausprägungen wird prototypisch erarbeitet sowie in übertragbare Referenzbeschreibungen überführt.

Die Erhebung von Primärdaten hinsichtlich Gremien und Rollen für das Prozessmanagement und die vertikale Integration über Unternehmensgrenzen schafft den notwendigen Rahmen für die Synthese vorhergehender arbeitswissenschaftlicher Betrachtungen. Bei der Einführung der Arbeitssysteme mit erweiterten digitalen Werkzeugen werden sowohl die damit einhergehenden sozialen Risiken hinsichtlich der Privacy im Umgang mit Nutzerdaten als auch der Arbeitsschutz im erweiterten Sinne betrachtet. Die daraus abgeleiteten Regeln und Empfehlungen für die Arbeitsgestaltung und für das Zusammenwirken der Beteiligten im KMU-Umfeld tragen zur Sensibilisierung bei und bieten einen wissenschaftlich fundierten praktischen Leitfaden zur Gestaltung und Umsetzung humangerechter Arbeitssysteme.